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Flussabwärts scheint nur auf den ersten Blick unkomplizierter zu sein. Schwimmen die Fische mit der Fließrichtung, verhalten sie sich anders als beim Aufstieg. Für ihre Wanderung flussabwärts sind deshalb andere Lösungen gefragt.

Fischabstieg
Fischabstieg
Fischaufstieg

Rechen mit Bypass

Der vor der Turbine installierte Rechen (vertikal oder horizontal hängt von den Bedingungen vor Ort ab) behindert die Wasserströmung in der Regel nur gering, so dass die Turbine noch effektiv genug arbeiten kann. Die Barriere an sich und ihre strömungsableitende bzw. -verwirbelnde Wirkung führen aber dazu, dass sich die Fische an der ungehinderten Strömung durch den Bypass orientieren und dieser folgen.

Schutzrechen, Bypässe, fischfreundliche Turbinen:
Für Fische geht’s künftig auch abwärts

Grundsätzlich können Lachs und Co eine Fischtreppe natürlich auch für ihre Wanderung flussabwärts nutzen. Jedoch ist das so eine Sache – denn in dieser Richtung finden sie nur selten den Einstieg, weil sich viele Fische einfach nur mit dem Strom abwärts treiben lassen. Anders als beim Aufstieg stoßen sie dabei nicht gegen eine Barriere und sind also nicht gezwungen, aktiv nach einem Abstieg zu suchen. So durchschwimmen sie locker Stauwehre oder kommen im Bereich von Kraftwerken an. Hier wird´s dann mitunter kompliziert:
Bei kleinen Wasserkraftwerken werden Fische durch einen Feinrechen aufgehalten; bei großen Kraftwerken können sie auch durch die Turbinen absteigen. In beiden Fällen kann es dabei zu Verzögerungen in der Abwanderung oder eben auch zu Verletzungen kommen. Bei den großen Turbinen der Rheinkraftwerke ist die Verletzungsgefahr allerdings sehr gering.

Fischabstieg – mit Expertenhilfe einfach und ohne Gefahr

Um den Weg für Fische auch flussabwärts frei passierbar zu machen, stattet Energiedienst Kleinwasserkraftwerke an der Wiese sukzessive mit sogenannten Fischabstiegshilfen aus. Vor den Turbineneinläufen horizontal oder vertikal installierte Feinrechen verhindern, dass Fische in die Turbinen gelangen können. Den Wanderweg machen wir über Rinnen oder Passagen frei, die Fische am Kraftwerk vorbei leiten – so genannte Bypässe. In anderen Fällen, wie zum Beispiel im Wasserkraftwerk Hausen, setzt Energiedienst fischfreundliche Turbinen ein.
Solche speziellen Wasserkraftschnecken ähneln einem großen Gewinde, das sich langsam dreht – daher können Fische sie problem- und gefahrlos passieren.

Fischabstieg

Wie fischfreundlich sind Wasserkraftschnecken?

Wir sind der Auffassung: Sie sind sehr fischfreundlich. Wichtig ist, dass sie notwendige Voraussetzungen erfüllen. Welche das sind und was dabei zu beachten ist, enthält eine Studie von Energiedienst.

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Großer Forschungsbedarf: Denn wir wissen lang noch nicht alles

Feinrechen sind so ein Ding für sich. Bei den großen Rheinkraftwerken kann man sie wegen der großen Wassermengen nicht einsetzen – sie heißen eben nicht umsonst `Fein´. Aber hier sind die Turbinen auch groß genug und drehen sich langsam, so dass Fische sie in der Regel unbeschadet passieren. Insbesondere bei großen Fischen kann allerdings nicht komplett ausgeschlossen werden, dass sie sich verletzen. Hier braucht es also Lösungen, und Energiedienst arbeitet dran.
Ein Beispiel hierfür sind die über den Verband Aare-Rheinwerke initiierten Forschungsprojekte zur Funktionsweise von Leitsystemen und dem Wanderverhalten der Fische. Gemeinsam mit anderen Kraftwerksbetreibern wurde die Versuchsanstalt für Wasserbau und das Wasserforschungsinstitut eawag der Eidgenössisch-Technischen Hochschule Zürich (ETH) mit einer dreijährigen Studie zum Thema beauftragt, die sich u.a. mit der Leitwirkung von schräg gestellten Rechen beschäftigt hat. Die Praxistauglichkeit dieser Systeme soll nun in einem Folgeprojekt an einem realen Kraftwerk überprüft werden. Wir sind gespannt auf die weiteren Ergebnisse.