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Für Wirbel sorgen: Damit ein Fluss im Gleichgewicht ist, müssen sich Schotter und Kies regelmäßig umlagern. Energiedienst erforscht Maßnahmen, um den Geschiebetrieb im Hochrhein wieder in Gang zu bringen.

Eine ökologisch funktionierende Flusssohle der Voralpenflüsse setzt genügend große kiesige Bereiche voraus, die bei Hochwasser regelmäßig umgelagert werden. Das schwemmt Feinpartikel aus den Hohlräumen in der Sohle und macht den Kies durchlässig. Eine ständige Frischwasserzufuhr aus dem Gewässer sorgt für genügend Sauerstoff. In der lockeren Kiessohle finden Fische Nahrung, wie zum Beispiel Bachflohkrebse oder Würmer, und sie dient als Kinderstube für kieslaichende Fischarten wie Äsche, Bachforelle oder Barbe. Heute ist der Transport von sogenanntem Geschiebe im Hochrhein eingeschränkt. Elf Staustufen zwischen Bodensee und Basel sowie das fehlende Geschiebe aus Zuflüssen verändern den Fließgewässercharakter und den Lebensraum. 

Geschiebetrieb ankurbeln

Um die Situation zu verbessern, engagierte sich Energiedienst gemeinsam mit Umweltverbänden und Behörden in einer Projektgruppe.
Untersucht wurden Maßnahmen, wie Geschiebe reaktiviert und Flussabschnitte ökologisch aufgewertet werden können.

Die Ergebnisse sind im „Masterplan – Maßnahmen zur Geschiebereaktivierung im Hochrhein“ zusammengefasst.

Potenzial für Kiesschüttungen

Bereits heute setzen die Kraftwerksbetreiber viele Maßnahmen zur Verbesserung der Situation um. Die Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt AG hat beispielsweise in einem ersten Schritt eine Menge von 2.000 Kubikmeter Kies in einer großen Schüttung in den Rhein gegeben. Zug um Zug holt sich der Fluss den Kies und lagert ihn um. Es entstehen Laichplätze für Äschen und Forellen. Ziel ist es mit regelmäßigen Schüttungen dauerhaft frischen Kies einzubringen und somit langfristig die Laichplätze der kieslaichenden Fischarten zu erhalten.